Mit der Inbetriebnahme der zweiten Super E20-Zapfsäule in Deutschland setzt die ROTH Energie in Gießen ein klares Signal: Klimaschutz im Verkehr kann sofort wirksam sein – ohne Umwege über neue Technologien oder langwierigen Infrastrukturausbau. Gemeinsam mit Partnern aus Industrie und Wissenschaft wird hier ein Ansatz sichtbar, der den bestehenden Fahrzeugbestand in den Mittelpunkt stellt und damit eine der größten Hebelwirkungen für CO₂-Reduktion nutzt.
E20 als konsequente Weiterentwicklung

E20 knüpft direkt an die Erfolgsgeschichte von E10 an und geht einen entscheidenden Schritt weiter. Mit einem Bioethanolanteil von 20 Prozent verbessert der Kraftstoff nicht nur die Verbrennungseigenschaften moderner Ottomotoren, sondern senkt gleichzeitig den fossilen CO₂-Ausstoß deutlich. Die höhere Oktanzahl wirkt sich positiv auf Effizienz und Motorverhalten aus, während die bestehende Infrastruktur weiterhin genutzt werden kann.
Besonders relevant ist die hohe Kompatibilität: Ein großer Teil der Fahrzeuge – insbesondere Modelle ab Baujahr 2016 – ist bereits heute für E20 geeignet. Damit wird deutlich, dass der Wandel nicht in der Zukunft beginnt, sondern bereits im heutigen Bestand realisiert werden kann.
Sofort wirksamer Klimaschutz im Bestand
Die zentrale Stärke von E20 liegt in seiner unmittelbaren Wirkung. Bioethanol, das zunehmend aus Rest- und Abfallstoffen gewonnen wird, ist Teil eines geschlossenen CO₂-Kreislaufs. Das bei der Verbrennung freigesetzte CO₂ entspricht weitgehend der Menge, die zuvor von der Biomasse aufgenommen wurde.
Daraus ergibt sich ein erhebliches Einsparpotenzial von mehreren Millionen Tonnen CO₂ jährlich. Entscheidend ist dabei: Weder neue Fahrzeuge noch neue Infrastrukturen sind notwendig. E20 kann direkt eingesetzt werden und ermöglicht so eine sofortige Reduktion von Emissionen im Verkehrssektor.
Technologieoffenheit als Schlüssel
Die Einführung von E20 ist Teil eines größeren Gesamtbildes. Eine erfolgreiche Dekarbonisierung des Verkehrs wird nicht durch eine einzelne Technologie erreicht, sondern durch das Zusammenspiel verschiedener Lösungen. E20 leistet dabei einen wichtigen Beitrag im Ottobereich, während paraffinische Kraftstoffe wie HVO100 im Dieselsegment ansetzen.
Beide Ansätze verfolgen dasselbe Ziel: Emissionen dort zu reduzieren, wo sie heute entstehen. Sie ergänzen sich, anstatt miteinander zu konkurrieren, und stehen exemplarisch für einen technologieoffenen Ansatz, der bestehende Potenziale konsequent nutzt.
Wirkung statt Warteschleife
Das Projekt in Gießen zeigt eindrucksvoll, wie Klimaschutz konkret umgesetzt werden kann. Die Demoflotte der Autohaus Michel Gruppe mit über 100 Fahrzeugen liefert unter realen Bedingungen wichtige Erkenntnisse und bestätigt die Alltagstauglichkeit von E20. Gleichzeitig schaffen normative Fortschritte wie die technische Spezifikation DIN/CEN TS 18227 die Grundlage für einen zukünftigen Markthochlauf.
ROTH Energie steht damit exemplarisch für einen pragmatischen Ansatz: nicht warten, sondern handeln. E20 zeigt, dass wirksame CO₂-Reduktion bereits heute möglich ist – wirtschaftlich, skalierbar und ohne Umwege über langfristige Zukunftsszenarien.





Quelle: Pressemitteilung ROTH Energie vom 24. März 2026 – Fotos: ROTH Energie

