Hier finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um HVO100. Falls Ihre Frage nicht beantwortet wird, zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren.
Herstellung und Rohstoffe
Wie wird HVO100 hergestellt und welche Rohstoffe werden dafür verwendet?
HVO100 entsteht in einem Raffinationsverfahren, bei dem biogene Rest- und Abfallstoffe, beispielsweise gebrauchte Speiseöle und tierische Fettreste, durch eine katalytische Reaktion unter Zugabe von Wasserstoff in synthetische Kohlenwasserstoffe umgewandelt werden (Hydrierung). Das Verfahren verwertet Rest- und Abfallstoffe und erzeugt einen Kraftstoff, der nach Herstellerangaben frei von Schwefel und Aromaten ist.
Welche Vorteile bietet HVO100 gegenüber herkömmlichem Diesel?
Die Treibhausgasemissionen können über den gesamten Lebenszyklus im Vergleich zu fossilem Diesel – abhängig von Rohstoffbasis und Lieferkette – um bis zu 90 Prozent geringer ausfallen (Ermittlung gemäß Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung). Der konkrete Wert hängt von Rohstoffbasis, Herstellungsprozess und Transportweg ab und wird über die Nachhaltigkeitszertifizierung des jeweiligen Lieferanten nachgewiesen. Hintergrund der Bilanzierung: Der bei der Verbrennung freigesetzte Kohlenstoff stammt aus biogenen Rohstoffen und nicht aus fossilen Quellen.
Bei den Abgasemissionen können je nach Motor und Betriebszustand Feinstaub und Stickoxide niedriger ausfallen als bei fossilem Diesel (Herstellerangaben nennen bis zu 33 Prozent weniger Feinstaub und bis zu 9 Prozent weniger Stickoxide).
HVO100 ist nach Herstellerangaben zudem nahezu geruchsneutral und wird nicht aus Erdöl hergestellt.
Wie wird die Qualität von HVO100 sichergestellt?
HVO100 entspricht der europäischen Norm für paraffinische Dieselkraftstoffe (EN 15940). Produktionsstandards und regelmäßige Qualitätskontrollen der Hersteller sichern Reinheit, Stabilität und Leistungsfähigkeit. Zur Herkunft der Rohstoffe existieren gesonderte Nachhaltigkeitszertifizierungen (z. B. ISCC, REDcert), die der Lieferant nachweisen muss.
Anwendungsbereiche und Infrastruktur
Welche Fahrzeuge und Maschinen können HVO100 als Kraftstoff verwenden?
HVO100 ist für eine Vielzahl von Fahrzeugen und Maschinen geeignet – darunter Pkw, Lkw, Busse, Baufahrzeuge, Dieselloks und Schiffe –, sofern eine entsprechende Freigabe des jeweiligen Herstellers für paraffinische Kraftstoffe nach EN 15940 (XtL) vorliegt. Eine Übersicht finden Sie auf unserer Seite zu den Hersteller-Freigaben.
Hat HVO100 einen Einfluss auf die Leistung des Motors?
Nach Herstellerangaben ist die Fahrleistung mit der von fossilem Dieselkraftstoff vergleichbar. Ein Leistungsverzicht ist nicht zu erwarten.
Wo kann man HVO100 tanken?
Eine aktuelle Übersicht der Tankstellen in Deutschland und Europa finden Sie auf unserer Tankstellenkarte: HIER
Wie wird HVO100 getankt?
Der Tankvorgang ist identisch mit dem bei herkömmlichem Diesel.
Kann man HVO100 mit herkömmlichen Diesel mischen?
Ja. Die technischen Eigenschaften beider Kraftstoffe sind weitgehend vergleichbar, HVO100 ist mit herkömmlichem Diesel mischbar. Zu beachten ist, dass sich bei einer Mischung der bilanzierte Treibhausgasvorteil anteilig verringert.
Kann man HVO100 auch im Winter tanken?
Ja. HVO100 weist nach Herstellerangaben vergleichbare oder bessere Kälteeigenschaften auf als fossiler Dieselkraftstoff. Die genaue Kältefestigkeit richtet sich nach der jeweiligen Winterqualität des Produkts und ist beim Anbieter zu erfragen.
Welche Anpassungen sind zur Integration notwendig?
Für Fahrzeuge mit entsprechender Herstellerfreigabe sind keine Modifikationen erforderlich. Bitte prüfen Sie die Freigabe für Ihr Modell beim Hersteller. Auch bestehende Tank- und Verteilersysteme müssen in der Regel nicht umgerüstet werden; eine Umstellung ist kurzfristig möglich.
Zukunftsaussichten
Wie sieht die Zukunft von HVO100 als Kraftstoff aus?
Seit dem 29. Mai 2024 ist HVO100 in Deutschland für den freien Verkauf an Tankstellen zugelassen. Seitdem wächst das Tankstellennetz kontinuierlich. Marktbeobachter erwarten eine weiter zunehmende Verbreitung, unter anderem wegen steigender regulatorischer Anforderungen an die Treibhausgasminderung im Verkehr (u. a. RED III).
Welche Rolle kann HVO100 künftig spielen?
HVO100 kann dazu beitragen, die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen zu verringern und die Treibhausgasemissionen im Verkehrssektor zu senken – insbesondere in der Bestandsflotte, die kurzfristig nicht elektrifiziert werden kann. Die verfügbaren Mengen sind durch das Aufkommen an geeigneten Rest- und Abfallstoffen begrenzt; HVO100 ist daher als Ergänzung zu anderen Antriebsoptionen zu verstehen.

