Wie sieht die Mobilität der Deutschen im Jahr 2026 aus? Die neue TÜV Mobility Studie 2026 zeigt ein differenziertes Bild: Das Auto bleibt für viele Menschen unverzichtbar, gleichzeitig wächst die Offenheit für Elektromobilität. Dabei unterscheiden sich die Mobilitätsbedürfnisse je nach Wohnort und Lebenssituation deutlich.
Das Auto bleibt unverzichtbar
83 Prozent der Befragten nutzen mindestens einmal pro Woche ein Auto. Besonders hoch ist der Anteil im ländlichen Raum: In Gemeinden mit weniger als 5.000 Einwohnern sind es 96 Prozent. In Großstädten mit mehr als 500.000 Einwohnern liegt der Anteil mit 66 Prozent deutlich niedriger.
Auch die persönliche Abhängigkeit vom Pkw ist groß. 81 Prozent der Autobesitzer geben an, im Alltag zwingend auf ihr privates Fahrzeug angewiesen zu sein. Gründe sind unter anderem berufliche Wege, Einkäufe, Arztbesuche und familiäre Verpflichtungen.

Gleichzeitig wünschen sich die Menschen bessere Alternativen. 76 Prozent sprechen sich für eine stärkere Förderung des öffentlichen Nahverkehrs aus, 72 Prozent wünschen sich einen zuverlässigeren Regional- und Fernverkehr.
Die Studie macht damit deutlich: Es geht vielen Menschen nicht darum, auf Mobilität zu verzichten. Entscheidend ist vielmehr, dass unterschiedliche Möglichkeiten im Alltag zuverlässig funktionieren.

Elektromobilität gewinnt an Bedeutung
Auch bei den Antrieben zeichnet sich ein Wandel ab. 25 Prozent der Befragten würden sich beim nächsten Autokauf für ein reines Elektroauto entscheiden. Weitere 25 Prozent bevorzugen einen Hybrid.
Der Verbrennungsmotor bleibt allerdings weiterhin relevant. 35 Prozent würden beim nächsten Fahrzeug weiterhin einen Verbrenner wählen.
Noch deutlicher wird der Blick auf den heutigen Fahrzeugbestand: 73 Prozent der Befragten fahren einen Benziner, 30 Prozent einen Diesel. Elektroautos kommen aktuell auf 9 Prozent, Hybridfahrzeuge auf 8 Prozent.
Was spricht gegen das Elektroauto?
Die Studie zeigt auch, warum der Umstieg für viele Menschen noch nicht selbstverständlich ist.
57 Prozent nennen die hohen Anschaffungskosten als Hürde. Für 52 Prozent ist die Reichweite ein Problem, 50 Prozent sehen eine zu geringe Zahl an Ladestationen als Hindernis.
Diese Ergebnisse zeigen, dass die Akzeptanz neuer Antriebe nicht allein von der Technologie abhängt. Kosten, Infrastruktur und die individuellen Anforderungen im Alltag spielen ebenfalls eine entscheidende Rolle.
Mobilität muss zum Alltag passen
Ein zentrales Ergebnis der TÜV Mobility Studie 2026 ist deshalb die große Vielfalt der Mobilitätsbedürfnisse in Deutschland. Während in Ballungsräumen häufig mehrere Verkehrsmittel zur Verfügung stehen, sind Menschen in kleineren Gemeinden vielfach stärker auf das Auto angewiesen.
Eine erfolgreiche Verkehrswende muss diese Unterschiede berücksichtigen. Elektromobilität, öffentlicher Verkehr, Fahrrad- und Fußverkehr können wichtige Beiträge leisten. Gleichzeitig bleibt der bestehende Fahrzeugbestand noch über viele Jahre relevant.
Gerade deshalb stellt sich auch die Frage, welche Rolle erneuerbare Kraftstoffe künftig für den bestehenden Fahrzeugbestand spielen können. HVO100 kann dabei – bei entsprechender Fahrzeugfreigabe – eine Möglichkeit sein, fossilen Dieselkraftstoff im bestehenden Fahrzeugbestand zu ersetzen.
Die TÜV Mobility Studie 2026 zeigt letztlich vor allem eines: Die Mobilität der Zukunft wird nicht aus einer einzigen Lösung bestehen. Sie wird vielfältiger und muss sich daran orientieren, wie Menschen tatsächlich leben und unterwegs sind.

