Technologieoffenheit ist Beschlusslage: CSU-Parteitag nimmt Antrag zu erneuerbaren Kraftstoffen wie HVO100 an

Es ist vollbracht: HVO100 findet jetzt auch offiziell in der CSU die Beachtung, die es verdient. Auf dem Parteitag am 23. und 24. Oktober 2026 in München hat Dr. Michael Haberland, Präsident des Automobilclubs Mobil in Deutschland e.V. und Initiator von „HVO100 goes Germany“, als Delegierter den Antrag „Technologieoffenheit und Förderung synthetischer Kraftstoffe wie HVO100“ eingebracht. Die 780 Delegierten nahmen ihn fast einstimmig an.

Worum geht es in dem Antrag?

Nicht die Politik, sondern Innovation, Wettbewerb und die Verbraucher sollen darüber entscheiden, welche Antriebstechnologien sich langfristig durchsetzen. Die Zukunft der Mobilität darf aus Sicht des Antrags nicht auf eine einzige Technologie festgelegt werden: Elektromobilität, Wasserstoff, synthetische und erneuerbare Kraftstoffe können je nach Einsatzbereich unterschiedliche Beiträge zu einer modernen und emissionsärmeren Mobilität leisten. Erneuerbare Kraftstoffe wie HVO100 sollen deshalb stärker in den Mittelpunkt der europäischen und deutschen Verkehrspolitik rücken. Moderne Verbrennungsmotoren können damit auch künftig einen wichtigen Beitrag zu einer emissionsärmeren und zugleich bezahlbaren individuellen Mobilität leisten. Ein pauschales politisches Aus für den Verbrennungsmotor wird den technologischen Möglichkeiten nicht gerecht.

Der Antrag verweist zudem auf die Übersichtsstudie HVO100 der htw saar (2026): Danach können erneuerbare Kraftstoffe nach der Definition der RED III dazu beitragen, den CO₂-Ausstoß des bestehenden Fahrzeugbestands schnell zu senken. Millionen bereits zugelassener Fahrzeuge könnten dabei weiter genutzt werden.

Das fordert der Beschluss

Die politischen und rechtlichen Voraussetzungen sollen geschaffen werden, damit HVO100 und weitere erneuerbare Kraftstoffe schneller und flächendeckender auf den deutschen und europäischen Markt gelangen. Dazu gehören insbesondere:

  • Abbau unnötiger bürokratischer und regulatorischer Hürden für erneuerbare und synthetische Kraftstoffe
  • eine europaweit verlässliche, langfristige rechtliche Perspektive und faire Wettbewerbsbedingungen zwischen den Antriebstechnologien
  • stärkere Anerkennung erneuerbarer Kraftstoffe in der europäischen CO₂- und Klimaschutzregulierung
  • Anerkennung neuer Fahrzeuge, die ausschließlich mit erneuerbaren Kraftstoffen nach RED III betrieben werden, in der Flottengesetzgebung als 0-g/km-Fahrzeuge mit Vorteilen analog zu BEV
  • Förderung von Forschung, Entwicklung und Produktion synthetischer und erneuerbarer Kraftstoffe in Deutschland und Europa
  • konsequente Information der Verbraucher über Möglichkeiten und Einsatzbedingungen dieser Kraftstoffe

Der Beschluss ist nicht nur ein Zeichen, sondern Beschlusslage der Partei. Damit ist er die offizielle Linie der CSU, an der sich die Partei künftig messen lassen muss.

Warum das so wichtig ist

Ein technologieoffener Ansatz schafft Wahlfreiheit für die Bürger, stärkt den Wirtschaftsstandort Deutschland und verhindert, dass funktionierende Fahrzeuge und bestehende Infrastruktur vorschnell abgeschrieben werden. Oder, wie es im Antrag heißt: Weniger Emissionen statt weniger Technologie – durch Innovation statt durch Verbote.

Das Video mit Dr. Michael Haberland zum Beschluss sehen Sie hier:

Impressionen vom CSU-Parteitag: