Was passiert, wenn ein Fernbusanbieter einfach den Kraftstoff wechselt? FlixBus HVO100 liefert die Antwort: In Frankreich fahren seit 2024 bereits 17 Busse auf rund zehn Linien mit erneuerbarem Diesel, in dafür freigegebenen Fahrzeugen ohne Umbau. Wir zeigen, wie es dazu kam, was Flix inzwischen berichtet und welche Busbetriebe in Deutschland und Österreich schon Erfahrung sammeln.
Start in Annecy: 17 Fernbusse wechseln von Diesel auf HVO100
Am 3. April 2024 wurde in Annecy eine Flotte von 17 Fernbussen vorgestellt, die künftig mit HVO100 fahren. Betrieben werden sie vom Busunternehmen Autocars Pays de Savoie (APS) auf rund zehn FlixBus-Linien, darunter Grenoble–Nantes, Genf–Bordeaux, Genf–Marseille und Genf–Mailand. APS ist einer von rund 60 Partnerbetrieben von FlixBus in Frankreich und beförderte von 2015 bis Ende 2023 rund 3,5 Millionen Fahrgäste für FlixBus. Für 2024 plante der Betrieb etwa 11 Millionen Kilometer, davon 80 % mit HVO (ESG Report 2025).
FlixBus HVO100 im Jahr 2025: Ausbau in Frankreich und Italien
Laut Flix-ESG-Bericht 2025 wurde die Zahl der HVO-Busse in Frankreich und Italien erhöht. Insgesamt waren 2025 knapp 120 Busse mit alternativen Antrieben und Kraftstoffen im Einsatz, rund 30 mehr als im Vorjahr, darunter auch Bio-LNG- und Elektrobusse. FlixBus ordnet das selbst nüchtern ein: Gemessen am Partnernetz von mehr als 4.700 Fahrzeugen sei es ein Anfang.
FlixBus weist außerdem offen darauf hin, dass einzelne HVO-Busse zeitweise mit herkömmlichem Diesel betankt wurden. Das zeigt, wie wichtig eine verlässliche Versorgung ist. In Deutschland wächst das Netz: Im August 2026 waren hierzulande bereits 725 HVO100-Tankstellen verzeichnet.
Warum HVO100 für Fernbusse so interessant ist
Fernbusse fahren lange Strecken und Nachtlinien. Batterieelektrische und Wasserstoff-Lösungen werden erprobt, einen flächendeckenden Standard gibt es aber noch nicht, weshalb FlixBus mehrere Antriebe parallel testet. HVO100 ergänzt diesen Mix um eine Option, die heute schon verfügbar ist: In Dieselbussen, die der Hersteller für XTL-Kraftstoffe freigegeben hat, lässt sich HVO100 ohne Umbau einsetzen.*
Diese Busbetriebe fahren ebenfalls mit HVO100

- Stadtwerke Bamberg: Am 18. April 2023 starteten die Stadtwerke nach eigenen Angaben als erste in Deutschland Linienbusse mit HVO100, zunächst im Pilotbetrieb mit zwei Bussen. Danach sollten alle 57 konventionell betriebenen Busse folgen.
- Dr. Richard Gruppe: Die Reisebussparte in Wien und Salzburg wird komplett mit HVO-100 betrieben. Alternative Antriebe lassen sich im Reisebusverkehr wegen der langen Distanzen nur schwer umsetzen, so das Unternehmen.
- Dödlinger Touristik: Im Tiroler Pillerseetal fährt das Unternehmen den Linien- und Skibusverkehr mit HVO 100. An den Bussen musste nichts verändert werden, die Mehrkosten tragen vor allem der Verkehrsverbund Tirol und die Bergbahnen Fieberbrunn.
- Quecke Reisen, Schwerte: Laut Ruhr Nachrichten nutzt das Unternehmen zwischenzeitlich HVO100, weil der Dieselpreis stark gestiegen ist. Zugleich berichtet es von Lieferengpässen. Mehr dazu in unserem Beitrag zu den Großhandelspreisen.
Fazit: Vom Pilotprojekt zum Alltag
FlixBus HVO100 zeigt, wie aus einem Pilotprojekt ein Baustein im Antriebsmix werden kann. Seit dem 29. Mai 2024 ist HVO100 auch in Deutschland frei erhältlich. Alle Stationen finden Sie auf der HVO100-Tankstellenkarte, Infos zu Freigaben unter Hersteller-Freigaben und Bezugsmöglichkeiten unter Für Unternehmen & Flotten.
Mehr zum Thema Bus: Autobus Oberbayern, Lufthansa Express Bus und Stadt Regensburg.
*Geeignet für Diesel-Fahrzeuge und -Motoren, die vom Hersteller für XTL-Kraftstoffe (DIN EN 15940) freigegeben sind. Hinweise dazu finden Sie HIER, am Tankdeckel oder direkt beim Fahrzeughersteller. Der Einsatz kann – abhängig von Rohstoffbasis und Lieferkette – zur Reduktion von bis zu 90% CO₂-Neuemissionen im gesamten Lebenszyklus gegenüber fossilem Diesel führen (Ermittlung gemäß Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, verlinkt auf BLE-Evaluationsbericht 2024). Unter CO₂-Neuemissionen werden CO₂-Emissionen verstanden, die bei der Nutzung fossiler Kraftstoffe neu in die Luft freigesetzt werden.
FAQ: FlixBus und HVO100
Der Flix-ESG-Bericht 2025 nennt den HVO-Ausbau nur für Frankreich und Italien. Die Busse fahren Partnerbetriebe, die auch die Betankung selbst regeln.
Seit dem 3. April 2024: In Annecy startete damals eine Flotte von 17 Fernbussen auf rund zehn Linien in Frankreich. Seitdem wurde die Zahl der HVO-Busse in Frankreich und Italien erhöht.
Ja, wenn der Hersteller den Dieselbus für XTL-Kraftstoffe (DIN EN 15940) freigegeben hat. Die Übersicht finden Sie unter Hersteller-Freigaben.

